Senegal erlebte vor der Präsidentschaftswahl 2024 eine Phase intensiver politischer Spannungen, die von Protesten und staatlichen Repressionen geprägt war. Nachdem Präsident Sall versucht hatte, die Wahl zu verschieben, griff das Verfassungsgericht ein und stellte sicher, dass die Abstimmung wie geplant stattfand. Fayes deutlicher Wahlsieg und der friedliche Machtwechsel im April 2024 stabilisierten die politische Lage.

Die Wirtschaft ist stärker als die der meisten Nachbarländer und weist positive Wachstumsperspektiven auf. Dennoch bleiben Armut und Ungleichheit hoch, die Infrastruktur kann mit dem raschen Bevölkerungswachstum nicht Schritt halten, und die Abwanderung junger Menschen ist aufgrund begrenzter Beschäftigungsmöglichkeiten im formellen Sektor weiterhin hoch.

Premierminister Sonko hat angekündigt, Korruption zu bekämpfen, Verschwendung zu reduzieren und das Steuersystem zu reformieren, um die Staatseinnahmen zu erhöhen. Ob diese Agenda umgesetzt werden kann, ist noch ungewiss. Während die Regierung rhetorisch eine Abkehr vom Westen und die Förderung afrikanischer Souveränität betont, bleibt die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Frankreich und dem IWF bestehen.

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