Präsident Bukele hat seine Macht durch die Zweidrittelmehrheit seiner Partei von 2024 gefestigt und einen de-facto-Einparteienstaat geschaffen. Der seit 2022 geltende Ausnahmezustand bleibt in Kraft und hat weitreichende Menschenrechtsverletzungen und willkürliche Verhaftungen zur Folge, was zur weltweit höchsten Inhaftierungsrate geführt hat. Das politische Klima ist zunehmend repressiv gegenüber Dissens, und sowohl Justiz als auch Legislative werden von Bukele-Loyalisten dominiert. Das Wahltribunal genehmigte seine Wiederwahl trotz anderslautender verfassungsrechtlicher Bestimmungen. 

Die fiskalische Lage bleibt angespannt, mit hohen Defiziten und steigender Verschuldung. Ein vom IWF gewährtes Darlehen Anfang 2025 konnte zu einer kurzfristigen Entlastung beitragen. Das Wirtschaftswachstum ist moderat und stark von Rücküberweisungen abhängig. 

Die Regierungsstrategie erfolgt ohne ausreichende Konsultation und langfristige Planung und ist häufig von kurzfristigen politischen Erwägungen geprägt. Die Regierung priorisiert Wettbewerbsfähigkeit sowie Investitionen in Tourismus und öffentliche Infrastruktur statt in Humankapital. Infrastrukturprojekte sind nicht in eine kohärente Gesamtstrategie eingebettet, und der Tourismussektor bleibt klein. Bitcoin, 2021 als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt, setzte sich nicht durch und wurde Anfang 2025 auf Druck des IWF abgeschafft. 

Gesamten Länderbericht anzeigen