Mit den umstrittenen verfassungsrechtlichen und institutionellen Reformen, über die das Parlament im Mai 2019 abstimmte, wurde eine Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten auf zwei Wahlperioden wieder eingeführt. Diese Begrenzung gilt jedoch nicht rückwirkend, so dass Präsident Faure Gnassingbé für zwei weitere Amtszeiten kandidieren kann. Nachdem die Regierungspartei im Juni 2019 die ersten Kommunalwahlen seit mehr als 30 Jahren gewonnen hatte, gewann der Amtsinhaber auch die umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Februar 2020 und festigte seine Macht.

Aufgrund der weltweiten negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Krise geriet die Wirtschaft 2020 in eine Rezession. Dies wirkte sich auf den inländischen Arbeitsmarkt und die soziale Sicherheit aus, insbesondere für die Armen, die im informellen Sektor arbeiten. Die Regierung versuchte, dem entgegenzuwirken, indem sie die öffentlichen Investitionen in die Infrastruktur und die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität fortsetzte.

Das Vorgehen der Regierung bei der Bewältigung der COVID-19-Krise wurde weitgehend als zufriedenstellend angesehen. Die in den letzten Jahren durchgeführten demokratischen und institutionellen Reformen reichen jedoch nicht aus, um das Vertrauen der Mehrheit der Bevölkerung zu gewinnen. Die Regierung sollte die nationale Aussöhnung, die Demokratisierung und eine integrative wirtschaftliche Entwicklung in transparenter Weise vorantreiben.

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