Eine Verfassungsänderung im Jahr 2024 hat die Macht von Präsident Gnassingbè weiter gestärkt, während die Parlamentswahlen der Regierungspartei erneut eine verfassungsändernde Mehrheit sicherten. Oppositionelle, Journalistinnen und Journalisten sowie zivilgesellschaftliche Akteure sehen sich Repressionen ausgesetzt, die Versammlungs- und Pressefreiheit sind eingeschränkt. Die Justiz ist nicht unabhängig und steht unter politischer Kontrolle.
Trotz jüngsten Wachstums bestehen weiterhin große wirtschaftliche Ungleichheiten und strukturelle Schwächen. Die Staatsverschuldung hat ein kritisches Niveau erreicht, während der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen insbesondere in ländlichen Gebieten unzureichend bleibt. Die starke Abhängigkeit von externer Finanzierung hält an, ihre Wirkung bleibt jedoch aufgrund struktureller Hürden begrenzt.
Angriffe islamistischer Gruppen im Norden und die Folgen des Klimawandels stellen erhebliche Herausforderungen dar. Die Regierung priorisiert Machterhalt gegenüber Reformen, während regionale und geschlechtsspezifische Ungleichheiten fortbestehen. Sinkende Bildungsausgaben und die schwache Umsetzung von Entwicklungsplänen untergraben die Steuerungsfähigkeit zusätzlich.