Das autokratische System Venezuelas hat sich weiter verfestigt. Es gibt keine Gewaltenteilung, keine richterliche Unabhängigkeit und erhebliche Einschränkungen zentraler Freiheitsrechte. Im Verlauf der Präsidentschaftswahlen schloss die Regierung Oppositionsführerin María Corina Machado aus und leitete Anklagen gegen den Einheitskandidaten Edmundo González Urrutia ein. Die Wahlbedingungen blieben deutlich unter demokratischen Mindeststandards, und Auszählungsprotokolle aus den meisten Wahllokalen deuteten auf einen Sieg der Opposition hin. Dennoch wurde Nicolás Maduro für eine weitere Amtszeit vereidigt, und die anschließenden Proteste wurden gewaltsam unterdrückt.

Die Wirtschaft verzeichnete wieder Wachstum, dennoch bleibt Venezuela ein Erdölstaat im strukturellen Niedergang. Steigende Emigration und ein ausgeprägter Braindrain verdeutlichen das Ausmaß der Krise. Ein vorsichtiger Übergang von sozialistischer Ideologie zu liberalem Pragmatismus stabilisierte die Inflation durch Ausgabenkürzungen, Deregulierung, restriktive Geldpolitik und faktische Dollarisierung. Armut und Ungleichheit bleiben jedoch weit verbreitet, und die Lebensbedingungen haben sich nicht verbessert.

Die internationale Legitimität nahm ab, insbesondere gegenüber Brasilien und Kolumbien, während interne Machtkämpfe die Hardliner stärkten. Die staatliche Leistungsfähigkeit ist stark eingeschränkt, und zentrale öffentliche Dienste funktionieren nur bedingt.

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