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Vietnam steht weiterhin unter der autoritären Herrschaft der Kommunistischen Partei, die abweichende Meinungen unterdrückt und bürgerliche Freiheiten einschränkt. Nach dem Tod von Nguyen Phu Trong übernahm To Lam im Jahr 2024 die Parteiführung und war für kurze Zeit zugleich Generalsekretär und Staatspräsident, was die Machtkonzentration weiter verstärkte. Die Repression gegenüber Wissenschaft, Aktivismus und der Zivilgesellschaft nahm zu, während die digitale Kontrolle ausgebaut wurde. Die Anti-Korruptionskampagne führte zwar zu prominenten Rücktritten, doch die strukturelle Korruption besteht fort.

Die Wirtschaft wird weiterhin stark von der Regierungspartei beeinflusst. Im Jahr 2024 ist das Wirtschaftswachstum hauptsächlich auf den Dienstleistungssektor zurückzuführen. Ausländische Direktinvestitionen erreichten ein Rekordniveau, während registrierte Zuflüsse leicht zurückgingen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbesserte sich, doch die Ungleichheit bleibt hoch, und marginalisierte Gruppen profitieren nur begrenzt vom Wachstum.

Die Regierung verfolgt Verwaltungsreformen zur Effizienzsteigerung, stützt sich jedoch stark auf eine Anti-Korruptionskampagne, die Unsicherheit und wirtschaftliche Verluste verursacht. International balanciert Vietnam zwischen den Vereinigten Staaten und China und stärkt zugleich seine Rolle in der ASEAN sowie die Beteiligung an regionalen Handelsabkommen.

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