Lateinamerika und Karibik

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Die Demokratien des Subkontinents zeigen trotz zahlreicher Herausforderungen eine bemerkenswerte institutionelle Stabilität. Die jüngsten Urnengänge verliefen überwiegend frei und fair und wurden weitgehend akzeptiert. Weiterhin problematisch sind Korruption und schwache Parteiensysteme, die Klientelismus und personalistisches Regieren begünstigen. Positiv stechen Chile und Uruguay durch konsequente Strafverfolgung hervor, ebenso die Dominikanische Republik mit deutlichen Fortschritten bei der Rechtsstaatlichkeit.

Eine weiterwachsende Bedrohung stellt die transnationale organisierte Kriminalität dar, der viele Regierungen mit Ausnahmezuständen begegnen, oft auf Kosten bürgerlicher Freiheiten. Besonders in El Salvador wurden Presse- und Versammlungsfreiheit sowie grundlegende Rechte stark eingeschränkt.

Nach der pandemiebedingten Rezession zeigt die Region zwar erste Stabilisierungstendenzen, bleibt jedoch von schwachem Wachstum und hoher Informalität geprägt. Armut und Ungleichheit bleiben endemisch, während unzureichende Sozialsysteme strukturelle Disparitäten nicht abfedern können – besonders für marginalisierte Gruppen wie ethnische Minderheiten. Die Offenheit vieler Volkswirtschaften und ihre externe Abhängigkeit machen die Region besonders anfällig für globale Volatilität und Chinas wachsenden Einfluss.

Die Qualität der Regierungsführung präsentiert sich in der Region heterogen. Einerseits konnten die Regierungen in Argentinien, Brasilien und Guatemala wesentliche politische Vorhaben angehen oder umsetzen. Reformkräfte stoßen aber andererseits in vielen Ländern auf den Widerstand einflussreicher Interessengruppen, die versuchen, den Status Quo zu wahren. Autokraten und Populisten verschärfen die gesellschaftliche Polarisierung, während sinkende internationale Unterstützung und steigende Migration zusätzliche Belastungen schaffen.

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Ariam Macias-Weller
Regionalkoordinatorin Lateinamerika und Karibik
    Thomas Kestler
    Regionalkoordinator Lateinamerika und Karibik

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