Präsident Paul Biya hat seine Macht durch ein gefestigtes Patronagesystem konsolidiert. Die Wahlintegrität ist zweifelhaft, grundlegende demokratische Freiheiten werden nicht gewährleistet, und politische Repression ist weit verbreitet. Biya hat bei den Präsidenschaftswahlen 2025 im Alter von 92 Jahren erneut kandidiert.
Gestützt auf höhere Öleinnahmen und internationale Unterstützung konnte Kamerun die COVID-19-Krise mit relativer makroökonomischer Stabilität überwinden. Schulden, schwaches Finanzmanagement, Korruption und eine starke staatliche Intervention hemmen jedoch weiterhin die wirtschaftliche Entwicklung und begrenzen Fortschritte in der menschlichen Entwicklung.
Die Regierung hat eine neue nationale Entwicklungsstrategie bis 2030 angekündigt, deren Umsetzung bislang jedoch weitgehend ausbleibt. Die Anglophone-Krise, die mittlerweile seit acht Jahren andauert, belastet das gesellschaftliche Klima weiterhin. Es kommt regelmäßig zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Separatisten und Militär, wobei zunehmend Zivilisten betroffen sind.