Nachdem Massendemonstrationen zur Absetzung von Präsident Abdelaziz Bouteflika geführt hatten, hat die Wahl von Präsident Abdelmadjid Tebboune am 12. Dezember 2019 die Lage vorübergehend stabilisiert. Dennoch herrscht tiefe Unzufriedenheit, da ein echter politischer Kurswechsel ausbleibt und viele Tebboune als Vertreter des alten Regimes ansehen. Die repressiven Maßnahmen gegen Journalisten und Aktivisten haben zugenommen.

Aufgrund des starken Verfalls der internationalen Ölpreise befindet sich Algerien in einer zunehmend prekären finanziellen Lage. Die Notwendigkeit, die Wirtschaft von der Abhängigkeit von Öl und Gas zu befreien, bleibt eine der wichtigsten Herausforderungen, um Algerien weniger anfällig für externe Schocks zu machen.

Die neue Regierung hat politische Reformen in den Bereichen Korruptionsbekämpfung, Finanzen, Industrie und Umwelt eingeleitet. Auch auf die COVID-19-Pandemie wurde entschlossen reagiert. Die Stärkung des maroden Gesundheitssektors und die Abfederung der sozialen Auswirkungen der Wirtschaftskrise und der Pandemie sind von vorrangiger Bedeutung.

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