Ecuador erlebte eine schwere Governance- und Sicherheitskrise, da kriminelle Organisationen ihren gesellschaftlichen und politischen Einfluss weiter ausbauten. Zunehmende Gewalt, Attentate und Gefängnismassaker verdeutlichten die Unfähigkeit des Staates, Rechtsstaatlichkeit aufrechtzuerhalten. Politische Institutionen wurden zusätzlich geschwächt, da korrupte Netzwerke Parteien, Justiz und Verwaltung durchdrangen. Nach der Auflösung des Parlaments gewann Daniel Noboa die vorgezogenen Wahlen, regierte jedoch mit improvisierten und teils eigennützigen Maßnahmen.
Die Wirtschaft bleibt fragil und schafft kein inklusives Wachstum. Weit verbreitete Armut und fehlende Perspektiven erhöhen das Rekrutierungsrisiko durch kriminelle Gruppen und tragen zur anhaltenden Emigration bei. Illegale Wirtschaftsaktivitäten im Bereich Drogenhandel, Bergbau und Menschenschmuggel florieren weiterhin, während fiskalische Zwänge und geringes Investorenvertrauen wirtschaftspolitische Spielräume begrenzen.
Die Governance-Probleme verschärften sich, da die Regierung stark auf Ausnahmezustände und militarisierte Sicherheitsstrategien setzte. Diese Maßnahmen reduzierten die Gewalt kurzfristig, behoben jedoch nicht die strukturellen Ursachen kriminellen Einflusses. Begrenzte staatliche Kapazitäten, institutionelle Erosion und diplomatische Fehltritte schwächten die Regierung zusätzlich.