Eritrea bleibt ein verfestigtes autokratisches System, dominiert von Präsident Isaias Afewerki, der regierenden Partei und dem Militär. Politische Partizipation ist faktisch unmöglich, bürgerliche Freiheitsrechte werden systematisch verletzt, und die Verfassung von 1997 bleibt weiter unumgesetzt. Staatliche Herrschaft wird durch Überwachung und Repression ausgeübt. Die anhaltende allgemeine Militärmobilisierung sowie die autonome Kontrolle von Verwaltungszonen durch das Militär untergraben den gesellschaftlichen Zusammenhalt zusätzlich.
Die Wirtschaft ist von der Regierungspartei und dem Militär monopolisiert. Marktmechanismen existieren nicht, und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bleibt schwach. Chronische Engpässe bei Strom, Treibstoff, Wasser und Grundgütern bestehen fort, ebenso weit verbreitete Armut und Mangelernährung. Ein Sozialsystem ist faktisch nicht vorhanden. Die Bevölkerung ist stark auf Überweisungen aus der Diaspora angewiesen, während Zwangsarbeit, Schmuggel und illegale wirtschaftliche Aktivitäten unter Beteiligung staatlicher Akteure zentrale Bestandteile des Wirtschaftssystems bleiben.
Die Regierungsführung ist stark zentralisiert und militarisiert. Militärische Akteure dominieren die zivile Verwaltung, handeln ohne Rechenschaftspflicht, und staatliche Institutionen fungieren primär als Instrumente der Machtsicherung. Eritrea hält trotz eines Friedensabkommens die militärische Präsenz in der äthiopischen Region Tigray aufrecht und trägt damit zur regionalen Instabilität bei. Die Beziehungen zu Äthiopien haben sich deutlich verschlechtert.