Nach Amtsantritt von Präsidentin Xiomara Castro 2022 durchlief Honduras zunächst eine Phase des Dialogs, bevor politische Polarisierung und Blockaden im Parlament zunahmen. Die Regierungskoalition zerfiel, und die Abhängigkeit von wechselnden Allianzen im Kongress wuchs. Die Justiz ist zunehmend politisiert und wird parteiisch besetzt. Vorwürfe politischer Verfolgung sowie Machtkonzentration untergraben das Vertrauen in demokratische Institutionen. 

Trotz anhaltender struktureller Probleme und hoher Ungleichheit blieb die makroökonomische Lage stabil, mit moderatem Wachstum und sinkender Inflation. Beziehungen zu China eröffneten neue wirtschaftliche Perspektiven, doch die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen verlaufen schleppend und haben bislang kaum konkrete Ergebnisse erbracht. 

Korruption und Verbindungen zur organisierten Kriminalität schwächen den Staat weiterhin. Antikorruptionsreformen stagnieren, und Spannungen mit den USA über das Auslieferungsabkommen wurden erst nach seiner Verlängerung bis 2025 entschärft. Der Rückgang der Gewalt ging mit Einschränkungen bürgerlicher Rechte einher, während die staatlichen Leistungen im Bildungs- und Gesundheitsbereich nach wie vor unzureichend sind. 

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