In Indonesien kam es zu einem deutlichen Rückgang demokratischer Standards. Die Präsidentschaftswahl 2024 galt als die unfairste seit 1998, da staatliche Ressourcen zugunsten des Teams um Prabowo Subianto und seinen Vizekandidaten, dem Sohn des ehemaligen Präsidenten Joko Widodo, eingesetzt wurden. Politische Bemühungen von Joko Widodo, eine familiäre Nachfolge aufzubauen – unterstützt durch umstrittene Gerichtsentscheidungen – schwächten demokratische Institutionen. Sieben der acht Parlamentsparteien unterstützen die Regierung im Gegenzug für Posten im Kabinett, und beschleunigte Gesetzgebungsverfahren schränkten den Handlungsspielraum der Zivilgesellschaft ein. Unter Präsident Prabowo Subianto gewinnt das Militär wieder an politischem Einfluss.
Das Wirtschaftswachstum kehrte auf etwa 5 % zurück, getragen von starken Rohstoffexporten nach China und Indien. Die Regierung hat eine Downstreaming-Strategie ins Leben gerufen, um aus Rohstoffen hochwertige Güter herzustellen und so die inländische Wertschöpfung zu steigern. Damit diese Bemühungen jedoch erfolgreich sein können, sind umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur und eine gute Regierungsführung erforderlich. Strukturelle Schwächen bestehen jedoch fort, darunter ein unzureichendes Bildungssystem, schwache Umweltpolitik und weit verbreitete Korruption.
Die politische Polarisierung nahm ab, und radikale islamistische Bewegungen spielten in der öffentlichen Debatte kaum eine Rolle. Eine weitgehend stabile politische Lage unterstützte sozialpolitische Reformen, insbesondere den Ausbau der öffentlichen Krankenversicherung. Geschwächte demokratische Institutionen und eingeschränkte Beteiligungsmöglichkeiten verringern jedoch die Rechenschaftslegung.