Der Libanon befand sich über einen längeren Zeitraum in einem politischen Vakuum, da das Parlament wiederholt nicht in der Lage war, einen Präsidenten zu wählen. Der Patt zwischen Hezbollah und ihren Verbündeten auf der einen Seite und oppositionellen Kräften auf der anderen blockierte den politischen Prozess. Die Übergangsregierung verfügte nur über begrenzte verfassungsmäßige Befugnisse, während der Konflikt zwischen Israel und Hezbollah den Druck auf die staatlichen Institutionen verstärkte. Mit der Wahl von Joseph Aoun im Januar 2025 kehrte ein gewisses Maß an Stabilität zurück.
Die wirtschaftliche Lage zeigte nur geringe Verbesserungen. Zwar ging die Inflationsrate deutlich zurück, doch die Exportvolumina sanken in allen Sektoren. Landwirtschaftliche Flächen wurden durch den Krieg beschädigt, und Lieferketten waren aufgrund zerstörter Infrastruktur und reduzierter Hafenaktivitäten unterbrochen. Die Arbeitslosigkeit blieb sehr hoch, und der Zusammenbruch des Kreditwesens ließ Familien und Unternehmen ohne Zugang zu Kapital, was die sozialen Belastungen weiter verschärfte.
Die Regierungsführung war durch die politische Blockade und die Folgen des Krieges erheblich eingeschränkt. Die bedingte Handlungsfähigkeit der Übergangsregierung begrenzte die institutionelle Leistungsfähigkeit zusätzlich. Massive Schäden an der Infrastruktur belasteten staatliche Ressourcen, während die neue Regierung vor der Aufgabe steht, Reformen voranzubringen, die für internationale Unterstützung und stabile bilaterale Beziehungen notwendig sind.