Ein Staatsstreich stürzte im August 2020 die Regierung des demokratisch gewählten Präsidenten Ibrahim Boubacar Keïta. Der Übergangsprozess verlief nicht inklusiv und einvernehmlich. Die wichtigsten Ämter wurden dem Militär anvertraut. Die politische Elite, die Organisationen der Zivilgesellschaft und vor allem die M5-RFP-Bewegung, die an der Spitze der Proteste gegen das Keïta-Regime standen, spielten keine Rolle bei der Gestaltung des Übergangs.

Der neue Machtwechsel hat den Bankrott des malischen demokratischen Systems offenbart. Die notwendigen politischen und sicherheitspolitischen Reformen im Land wurden nicht umgesetzt. Mali ist nach wie vor auf militärische Unterstützung aus dem Ausland angewiesen, um den verschiedenen Bedrohungen auf seinem Staatsgebiet zu begegnen.

Diese multidimensionale Krise hat zu einer Verschlechterung der sozioökonomischen Lage geführt. Das Land zählt bereits zu den ärmsten Ländern der Welt, mit einem hohen Bevölkerungswachstum und einer hohen Analphabeten- und Arbeitslosenquote, insbesondere unter der Jugend.

Gesamten Länderbericht anzeigen