In Rumänien hat die Annullierung der Präsidentschaftswahlen 2024, die offiziell mit ausländischer Einmischung begründet wurde, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Politik weiter beeinträchtigt. Die etablierten Parteien, insbesondere die Sozialdemokraten und Liberalen, sahen sich aufgrund von Klientelismus und der wachsenden politischen Rolle der Geheimdienste mit Legitimationsdefiziten konfrontiert. Die Pressefreiheit verschlechterte sich durch politischen Einfluss auf Medien, während Desinformation und Online-Radikalisierung zunahmen und der zivilgesellschaftliche Handlungsspielraum schrumpfte.
Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nahm ab, da sich das Wachstum infolge von Inflation, steigender Staatsverschuldung und politischer Unsicherheit verlangsamte. Die fiskalische Stabilität verschlechterte sich durch ein wachsendes Haushaltsdefizit, das vor allem auf hohe Staatsausgaben zurückzuführen war. Politische Unsicherheit belasteten auch das Investitionsklima, während geringe Steuereinhaltung und administrative Ineffizienzen die wirtschaftliche Entwicklung trotz eines stabilen Bankensektors einschränkten.
Kurzfristige wahlpolitische Interessen dominierten die Politikgestaltung, während strategische Reformen ausblieben. Die starke Abhängigkeit von EU-Mitteln führte aufgrund niedriger Absorptionsraten und Projektmissmanagement nicht zu strukturellem Wandel. Schwächen im Bildungs- und Gesundheitssystem, demografischer Druck und anhaltende Abwanderung belasteten die staatliche Steuerungsfähigkeit zusätzlich.