Umstrittene Wahlen und ein mutmaßlicher Putschversuch im Jahr 2023 haben zusammen mit systemischer Korruption, schwacher Rechtsstaatlichkeit und administrativen Ineffizienzen die politische Instabilität und gesellschaftlichen Spannungen verschärft. Die Ablehnung der Ergebnisse durch die Opposition und der institutionelle Boykott führten zu einer Blockade. Internationale Vermittlung führte zur Einrichtung eines überparteilichen Komitees zur Überprüfung von Wahlunregelmäßigkeiten und Ausarbeitung von Reformvorschlägen.
Die wirtschaftlichen Reformen stagnieren. Der neue nationale Entwicklungsplan (2024–2030) identifiziert Ernährungsunsicherheit als zentrale Herausforderung, von der zwei Drittel der Bevölkerung betroffen sind. Tiefe soziale Ungleichheiten bestehen fort, und die Wirtschaft bleibt stark von ausländischen Investitionen abhängig und anfällig für Schwankungen auf den Weltmärkten.
Trotz neuer Entwicklungsstrategien bestehen Governance-Herausforderungen fort. Seit 2002 wurden Reformen weitgehend nicht umgesetzt, sodass die Grundbedürfnisse großer Teile der Bevölkerung unbefriedigt bleiben. Korruption, Klientelismus und Nepotismus behindern inklusive Entscheidungsprozesse.