Somalias politische Transformation ist weiterhin durch eine tiefe föderale Fragmentierung und anhaltende Unsicherheit geprägt. Eine umstrittene Verfassungsrevision führte zum Austritt Puntlands aus der Föderation, während Präsidentschaftswahlen in Puntland und Jubaland die Spannungen mit der Bundesregierung Somalias verschärften. Der Versuch der Bundesregierung, die Kontrolle über Jubaland mit militärischen Mitteln durchzusetzen, scheiterte und verdeutlichte ungelöste Konflikte über verfassungsrechtliche Zuständigkeiten, Machtverteilung und die Aufteilung von Ressourcen.
Die wirtschaftliche Lage verbesserte sich nach dem Ende der langanhaltenden Dürre leicht, doch Überschwemmungen, ökologische Verwundbarkeit und weit verbreitete Armut schränken die Entwicklung weiterhin ein. Mit dem Abschluss einer Initiative erhielt Somalia Schuldenerlass und erstmals seit 1991 wieder Zugang zu internationalen Finanzinstitutionen, was die fiskalischen Handlungsspielräume verbesserte.
Die anhaltende Instabilität stärkte die Harakat al-Shabaab al-Mujahideen, die weiterhin regelmäßig Anschläge verübt und große ländliche Gebiete kontrolliert. Eine ins Stocken geratene Aufstandsbekämpfung sowie die Bewaffnung von Clanmilizen veränderten lokale Machtverhältnisse und führten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Der schrittweise Abzug der afrikanischen Truppen und Unsicherheiten über die Nachfolgemission erschwerten zusätzlich die Sicherheitslage.