Die politische Partizipation in Sambia ist zunehmend eingeschränkt. Zwar wurde der rechtliche Rahmen durch die Entkriminalisierung der Beleidigung des Präsidenten und die Verabschiedung eines Gesetzes zum Informationszugang gestärkt, zugleich greifen die Behörden jedoch weiterhin auf Gesetze und andere rechtliche Instrumente zurück, um Oppositionsaktivitäten und kritische Stimmen zu begrenzen. Zunehmende politische Polarisierung und wachsende Spannungen zwischen politischen Akteuren haben die Toleranz gegenüber Dissens verringert und die effektive Ausübung bürgerlicher Freiheiten geschwächt.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschlechterten sich 2024 deutlich. Der Abbau von Subventionen für Treibstoff und Strom im Rahmen eines vom Internationalen Währungsfonds unterstützten Reformprogramms führte zusammen mit einer schweren Dürre, die landwirtschaftliche Produktion und Wasserkraft beeinträchtigte, zu stark steigenden Lebenshaltungskosten. Die Inflation lag über weite Teile des Jahres bei mehr als 15 Prozent, während sich das Wirtschaftswachstum spürbar verlangsamte. Die Armutsquote blieb hoch, insbesondere in ländlichen Regionen und unter Frauen.

Die staatliche Steuerungsfähigkeit steht unter Druck. Begrenzter fiskalischer Spielraum, langsame Fortschritte bei der Umschuldung sowie externe Schocks haben die Handlungsmöglichkeiten der Regierung eingeschränkt. Während die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern fortbesteht, haben wachsende soziale Unzufriedenheit und ein restriktiverer Umgang mit Kritik die Konsensbildung und die wirksame Umsetzung von Reformen geschwächt.

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